Winterlust statt Winterfrust zwischen dem 177. und 178. Vollmond
Wir fuhren Mitte Dezember bei sehr starkem Wind nach Haarlem und feierten
mit unseren Familien Weihnachten und Neujahr.
Vorerst recherchierte Heinz mit viel Zeit Aufwand, auf welchem Fahrweg
wir nach Haarlem kommen könnten.
Von 4 Varianten gingen 2 wegen Bauarbeiten
fahrtechnisch nicht, 1 Variante dauerte 2 Tage.
Dann kam ein Tag vor der Abfahrt die Nachricht,
dass die erste und schnellste Variante jetzt doch geöffnet sei.
Also los gings, übers Westeinderplassen, bei heftigem Gegenwind,
und dann auf die Ringvaart, über die Spaarne nach Haarlem.
Vor der Lissebrücke hatte uns einen kleinen Pfahl «hops genommen».
Dieser jüngs gesetzte Pfahl hinterliess Spuren an unserer Bordwand.
Wir schmirgelten und malten dies bei frühlingshaften Temperaturen
am 17.12.2024 in Haarlem. Der private Eigner
dieses übermütigen Pfahls wurde durch Heinz informiert,
Also der Pfahl steht ein wenig schief.
Der Eigner schaut mit der Wasserbaufirma weiter
und wir orientierten die Versicherung. Alles lief in Minne ab.
Die Brücken gingen so herrlich auf, wir mussten nirgends lange warten.
So konnten wir die Aussen-Weihnachtsdekoration bei der Dagens 2
schön hängen lassen.
Auch waren wir fast die einzigen, die unterwegs waren.
Blick vom Korte Dijk nach der Stadt Haarlem
An unserem Lieblingsplatz Korte Dijk konnten wir anlegen,
was wie ein Nachhause-Kommen war.
Nun konnten wir uns ganz auf unsere Gäste freuen,
die wir über Weihnachten und Neujahr erwarteten.
Auf der Dagens duftete es herrlich, nach
Marzipan-Guezli und Zimtsterne.
Was dieses Jahr gar nicht gelang, waren die glutenfreien Lebkuchen.
Backfrust
Wir bekamen ab und zu auch immer wieder Besuch
von Rosmarie und Rinze Marten.
Wir spielten zusammen auf unserem Schiff
oder wurden von ihnen eingeladen zum Spielen und Essen.
Auch haben sie uns ihre Duplo gebracht für unsere Enkelinnen.
Die Duplo erwiesen sich als das geniale Spielzeug
für diese Zeit mit unseren Enkelinnen.
Winterlust
Auch besuchte uns der lanjährige, treue Freund Pam,
der ganz in der Nähe von Haarlem wohnt.
Wir hatten Strom und Wasser ganz in der Nähe zum Tanken.
Doch dann, alls unsere Familien da waren, die aus Schweden
und Hannes aus der Schweiz,
hatten wir unvermittelt keinen Landstrom mehr und auch
die Wasserversorgung machte schlapp,
all dies am 24.12.2024. Winterfrust
Die Hafenmeisterin kam vorbei.
Bei Kaffee und selbst gemachten Guezli
lösten wir diese Herausforderung glücklich,
indem wir mit unserer Dagens 2
nordwärts unter 2 Brücken durchfuhren
und an einen Charterboot-Steg festmachen durften.
Winterlust
Da gab es eine stabile Stromversorgung und Wasser konnten
wir effizient tanken.
In dieser Zeit waren unsere Gäste im Frans Hals Museum.
Sie durften dann am neuen Liegplatz wieder auf der Dagens 2 einchecken.
Winterfreude
Wintersturm. Er wehte viel Sand auf die Dagens 2. Dieser
stammte von der Tage zuvor gerade neu nivellierten
Strasse mit Kopfsteinpflaster und
sammelte sich gehäuft an allen windgeschützten Stellen auf dem Deck.
Sogar bis unten in die Schiffs-Stube fand der Sand seinen Weg.
Diese war warm und festlich dekoriert.
Sie war voller Menschen mit Gelächter und Fröhlichkeit.
Vor allem die 3 Enkelinnen spielten lustig und
voller Bewegungsdrang in der Stube hin und her.
Als Bernadette diesen Sand wegholen wollte,
ging der Staubsauger kaputt. Winterfrust
In Haarlem konnten wir leicht einen Ersatz finden. Winterfreude
Wir feierten Weihnachten, besuchten bei Tageslicht mit allen Gästen
die Bavo Kirche und bewunderten die Müller Orgel
sowie das herrliche Kirchenfenster im Querschiff.
Winterfreude
Bernadette und Heinz besuchten die Mitternachts-Predigt in der Bavo Kerk.
Rosmarie und Rinze Marten sangen im Chor mit.
Vorgängig kamen wir in den Genuss eines herzerwärmenden
Orgelkonzertes in der eher frostigen Bavokirche. nicht beheizbar
Am Nachmittag des 25.12.24 feierten wir den
ersten Geburtstag unserer dritten Enkelin Elodie
Winterfreude
Familie von Erich mit Alexandra, Lorianne und Elodie.
Danach konnte das traditionelle Weihnachtsfest begingen,
mit dem Chinesischen Fondue. Herrlich diese Tafelrunde.
Essens Freude
Alle zusammen genossen wir tags darauf in Amsterdam
das "light Festival" auf einem Rundfahrt-Boot durch die Grachten.
Der Kapitän von diesem Boot machte live den Kommentar
zu den dargestellten Licht-Installationen.
Er machte dies mit viel Freude und Humor.
Wiederum Winterlust
Wir spielten mit den Schwiegereltern von Rainer, Tomas und Lena,
viel am Abend, wenn alle Söhne das Schiff wieder mit oder ohne Familien
verlassen hatten.
Lena und Tomas spielten sehr gerne.
Nur gewinnen, das war zu diesem Zeitpunkt
Bernadettes unglaubliches Glück.
Das veranlasste Tomas zur Feststellung, dass Spielen ja toll sei,
aber gewinnen sei ab und zu auch schön!
Dann hiess es schon wieder Abschiednehmen
von unseren Gästen aus Schweden.
Die junge Familie
von Rainer flog nach Stockholm zurück,
was reibungslos verlief.
Tomas und Lena, die nach Göteborg fliegen wollten,
mussten kurz vor Aufbruch davon Kenntnis nehmen,
dass ihr Flug gecancelt sei.
Im gleichen Moment hatte die Häckslerpumpe
unserer Gäste Toilette einen totalen Aussetzer.
Heinz und Hannes bauten unsere ReservePumpe ein.
Ja, das war für unsere Gäste nicht gerade super, aber die
zweite Toilette an Bord war weiterhin benutzbar.
Den Flug neu zu buchen, war eine prickelnde Herausforderung.
Am Schluss klappte es dann und alle konnten in Schiphol,
am gewünschten Tag abfliegen.
Alle kamen sicher am Ziel an, Lena und Thomas allerdings
erst in den frühen Morgenstunden.
Mit Hannes und Erichs Familie besuchten wir
danach noch das Cruquius Pumpwerk.
und beendeten diesen interessanten Nachmittag mit einem Zvieri
im Restaurant neben dem Pumpwerk,
Irgendwann arbeitete zwei Mal die Heizung nicht mehr.
Heinz wechselte die Batterien des Thermostates und entdeckte zusätzlich,
dass der Wärmetauscher im Heizkreislauf irgendwo leckte.
Er telefonierte mit dem Heizungsmonteur von Buur's Scheepstechniek, der
eine Woche später nach Haarlem kommen konnte.
Er reparierte den Haarriss in der Zuleitung,
erneuerte die Zerstäuber-Düse am Brenner und machte eine Abgaskontrolle.
Diese war in Ordnung.
Winterfreude
Wir feierten Silvester und Neujahr mit Gerda und Toni aus Dordrecht.
Den ganzen Abend durften wir Oliebollen essen,
was offenbar in Holland zu Silvester Tradition ist.
Aber es müssen die Echten sein.
Rosmarie hatte sie für uns gebacken.
Unsere holländischen Gäste waren von diesen
feinen Oliebollen begeistert.
Silvester-Abend war gerettet. In der Zeit vor Mitternacht
und als Ablenkung vom
Böller-Knattern auf den Strassen schauten wir uns
den Film «Amadeus» an.
Den Neujahrstag begannen wir mit dem
Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker
und am Abend sahen wir über Video das Ballet «Copélia».
Danke Toni für diese gute Idee und
das Mitbringen der zwei Videokassetten.
Auch gespielt haben wir, natürlich Brandy Dog.
Diesmal hatte Bernadette nicht mehr so viel Glück.
Gelacht hatten wir trotzdem viel an diesem windigen, regnerischen
und unfreundlichen ersten Tag des Jahres 2025.
Wir durften in Absprache mit dem Hafendienst
unseren Aufenthalt in Haarlem verlängern.
Dies ermöglichte uns noch einen sonnigen Spaziergang in den Dünen.
Am 11.1.2025 hiess es dann "Leinen los!". Diese aber waren am Poller angefroren,
und es brauchte Heinzes Kraft mit
Hin- und Herrütteln, bis sie sich doch irgendwie lösten.
Was für einen Rückreisefahrtag!
Mit Aart aus Kudelstaart und Rinze Marten aus Haarlem
konnten wir fast planmässig unter der Langen Brücke durch.
Die Dagens 2 wurde zur kleinen Eisbrecherin.
Wir waren euphorisch berührt,
von diesem Licht,
von dieser klaren, kalten Luft.
Kein Wind.
Nur Natur- Welch eine Freude, welch ein Luxus!
Winterluxus
In dieser Euphorie, es war Samstag,
hörten wir den Brückenwärter in Leiden sagen, dass die Brücken
samstags um 13 Uhr schliessen. Es war noch nicht zu spät und wir sagten,
nach Planung müssten wir es schaffen.
Aber dann vergass er uns bei der übernächsten Brücke.
Nach einer Stunde kam sein Kollege und liess uns doch noch durch.
Aber bei der nächsten Brücke in Koudekerk, die um 14 Uhr schloss,
kamen wir wegen diesem Zwischenhalt gerade 15 Minuten zu spät an.
Wir legten an und kaum waren wir da,
besuchten uns Paul und Susanne,
die Crew der Tarahumara aus Kudelstaart.
Sie hatten auf ihrem Navi gesehen, dass wir angelegt hatten.
Auch mit ihnen spielten wir eine Runde Brandy Dog,
und fröhliches Lachen begleitete uns dabei,
das tat bis in den kleinen Zehen gut.
Lebenslust
Am Sonntag fuhren wir mit dem öffentlichen Verkehrsbus
nach Leiden und besuchten
im Japanmuseum Siebolthaus die
Ausstellung "Vormen en Formaten" von japanischen Drucken.
Kunst Freude
Der Montagmorgen kam und wir passierten
nach 09.30 Uhr die Brücke in Koudekerk.
Auch brach die Dagens 2 auf dem Oude Rhijn wieder
eine dünne Eisschicht, wie am Samstag.
Das tönte so, als seien ganz viele Spatzen zwitschernd rund um uns.
Hör - Lust
Die Weesteinderplassen sind so ruhig.
Augen-Weide
Ganz am Horizont erwarteten uns Susanne und Paul.
Vorfreude
Paul machte die folgenden Fotos und Susanne half uns anlegen.
Hier wiederum eine ganz dünne Eisschicht im Hafen.
Ohne Wind und mit Hilfe von Aussen ging es wirklich seidenweich,
um am Steg anzulegen.
Dann: Einrichten des Stromkabels,
restlichen Sand von Haarlem
wegputzen und Entspannung nach dem Ankommen
an unserem Liegeplatz in Kudelstaart.
Hier bleiben wir sicher für die nächsten 2 Wintermonate.
Winterlust und kein Winterfrust
Ankerumarmung statt Ankerbier!
Es gibt immer eine Lösung!
Foto: Bernadette
13.1.2025
178. Vollmond auf der Dagens 2 in Kudelstaart